Meldung vom 05.03.2016 

Verkehrsunfallbilanz 2015

ACE sieht Ursache steigender Unfallzahlen in Smartphones und Sparpolitik

Der ACE Auto Club Europa sieht die Ursache für die erneut gestiegene Zahl an Unfällen und Verkehrstoten unter anderem in der zunehmenden Ablenkung durch Smartphones. Auch unzureichende Ausgaben für die Verkehrswege und die Verkehrssicherheitsarbeit könnten die Entwicklung verstärkt haben. Das Statistische Bundesamt hatte am Vormittag die offizielle Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2015 veröffentlicht. Danach ist die Zahl der Verkehrsunfälle gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent auf 2,5 Millionen gestiegen. 3,475 Menschen starben im Jahr 2015 auf deutschen Straßen, das bedeutet einen Anstieg von 2,9 Prozent. Somit stieg bereits zum zweiten Mal in Folge die Zahl der Verkehrstoten.
 
Matthias Knobloch, Abteilungsleiter Verkehrspolitik beim ACE, sagte: „Der Trend ist fatal: Die Unfallzahlen nehmen zu und die Verantwortlichen tun so, als könnten sie sich das nicht erklären. Wer jedoch bei Handysündern nicht konsequent vorgeht, braucht jetzt nicht überrascht sein, dass die Unfallzahlen steigen. Aus unserer Sicht sollte im Zuge der polizeilichen Unfallaufnahme künftig grundsätzlich auch ermittelt werden, ob zum Unfallzeitpunkt telefoniert, gesimst oder gesurft wurde. Das geschieht bislang nicht. Doch nur auf diese Weise können belastbare Daten und Fakten zum Unfallrisiko durch Smartphones erhoben und von der Unfallforschung ausgewertet werden.
 
Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch auch: Abnehmende Unfallzahlen sind kein Selbstläufer. Was in vielen Jahren erarbeitet wurde, darf jetzt nicht dem Rotstrich geopfert werden. Doch genau das ist in den vergangenen Jahre geschehen: Gelder wurden gekürzt oder gestrichen – die Verkehrswege zeigen sich in einem mangelhaften Zustand und die Präsenz der Polizei ist im Straßenverkehr in vielen Bundesländer deutlich zurückgefahren worden. Wenn Bund und Länder in den nächsten Jahren nicht deutlich mehr Geld für die Verkehrswege und die Verkehrssicherheitsarbeit zur Verfügung stellen, wird die Bundesregierung ihr Ziel, die Zahl der Verkehrstoten bis zum Ende des Jahrzehnts um 40 Prozent gegenüber dem Wert von 2010 zu reduzieren, wohl endgültig kassieren müssen.“